Rock im Park 2010 – Die Kritik

Was habe ich mich gefreut auf Rock im Park! Die Tickets haben wir bereits vor vier Monaten gekauft, seitdem wuchs die Freude mit jeder Band, die für das Festival gewonnen werden konnte!

Donnerstag früh ging es also los gen Nürnberg. Das Gelände ist klasse und nahezu perfekt für ein Festival dieser Art geeignet, wenn man davon absieht, daß es nach den Headlinern durch die drei klitzekleinen Ausgänge aka Nadelöhr nur sehr zäh hinausging.

Die Organisation war relativ schlecht, jedenfalls neben dem Geschehen auf den Bühnen. Bis auf einen Video- und einen Tonfehler lief dort alles reibungslos, d.h. es war auch jede Band tatsächlich pünktlich. Was ist nur aus dem guten alten Rock’n Roll geworden? 😀

Für die 40.000 bis 50.000 Gäste, die sich mindestens während der Headliner vor der Hauptbühne eingefunden haben, hat man Dixis in „ausreichender Zahl“ aufgestellt. Zehn (!) links und zehn (!) rechts von der Bühne, dafür keine Rinnen für die Kerle! Ja, super!

Die Freunde von der Security haben dafür dann die Herrgötter gespielt. Bei Rage against the Machine war es kein Problem, vorne reinzukommen, vor Rammstein zeigte sich ein ganz anderes Bild! Kurz vor Rise against haben wir uns auf den Weg gemacht nach vorne, Platz im Innenraum war auch noch ausreichend, zumal einige Leute drinnen ja gesessen haben. Die Anzahl derjenigen, die reinwollte, war jedenfalls deutlich kleiner als der Platz, der noch vorhanden war. Jedenfalls hat die Security niemanden reingelassen, dafür vor, während und nach Rise Against immer mal wieder unbeherzt in die Gruppe gerufen, daß wir zurückgehen sollen. Warum und wohin, haben sie uns nicht verraten! Nach über 1,5 (!) Stunden hat sich dann einer mit einem Megaphon aufgebaut und erklärt, aus Sicherheitsgründen müssten wir von den Eingängen zurückgehen. Dann würden wir nach und nach reingelassen werden. Vielleicht nicht alle aber doch einige. Soweit so gut. Warum man die Info erst nach Rise against rausgegeben hat, ist mir unverständlich, bzw. ich rechne es der Willkür zu. Die Gruppe hat es dann nach der Ansage auch schnell und ohne Probleme zu verursachen geschafft, einen Halbkreis um den Einlaß zu bilden, wo man geduldig ausharrte. Die Leute, die in der ersten Reihe dieses Halbkreises standen, wurden auch sofort reingelassen. Die zweite Reihe sollte aber noch ein paar Minuten warten. Bis dahin war es bereits 20 Minuten bevor Rammstein beginnen sollten. Wenige Minuten später wurden tatsächlich ein paar Leute reingelassen und der Hinweis gegeben, es würde nun weitere zehn Minuten dauern, bis man weitere Leute reinlassen würde. Warum? Warum, fragt man sich, was soll das Spielchen, außer Macht zu demonstrieren? Eine halbe Stunde (!) lang ist danach nichts passiert, außer, daß sich am Ende fünf Leute von der Security rauchend Rammstein angeschaut haben. Wir sind dann weiter nach hinten gegangen und haben uns eine grandios Show angeschaut. Rise against haben wir nur über die Leinwand sehen können. Es ist eine bodenlose Frechheit, was da gelaufen ist. Wenn sie geil darauf sind, Willkür walten zu lassen und zu zeigen, wer den Längsten hat, sollen sie wenigsten schauen, daß sie uns Fans das Konzert nicht versauen. Denn wir haben Geld bezahlt, um die Band dort zu sehen.

Eine weitere wunderbare Aktion, die sich die Security/der Veranstalter geleistet haben ist die Beschränkung der Getränkemitnahme. Ich verstehe, daß aus Sicherheitsgründen keine Flaschen, Dose etc mitgenommen werden darf. Ich verstehe, daß man nicht 10 Liter Wasser mitnehmen darf, die wiegen 10 Kilo und stellen somit eine Gefahr für Leib und Leben anderer dar und schließlich ist so ein Festival in erster Linie dazu da, Geld in die Kassen zu spülen. O.k. Aber an einem brütend heißen Wochenende, das wir glücklicherweise hatten, uns zu zweit keine 1,5 Liter Wasser zu erlauben, ist schlimm. 1 Liter war die Begrenzung und natürlich muß man sich dran halten. Wir wussten das nicht und haben zu zweit 1,5 Liter Wasser mitbringen wollen. Das wurde uns verwehrt, selbst die Hälfte auskippen war nicht erlaubt. Tja, ich habe an dem Tag zwei Bier getrunken, die hätte ich auch gekauft, wenn ich das Wasser hätte mitbringen dürfen. Wirklich klasse. Naja, eigentlich hat man dabei nur an uns gedacht, so mußten wir wenigstens nicht zu einem der „ausreichend vorhandenen“ Dixis.

Die Bands haben alles wieder rausgerissen. Das Festival war insgesamt der Hammer, was aber an den Leuten und den Bands lag, also letztlich trotz der Umstände.

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Eine Antwort zu “Rock im Park 2010 – Die Kritik

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