Rock im Park 2010 – Sonntag

Bands

  • H-Blockx
  • Lamb of God
  • Stone Sour
  • Alice in Chains
  • Volbeat
  • Slayer

H-Blockx

Uff. Als wir erfahren haben, daß die Jungs kurzfristig für eine andere Band einspringen, haben wir uns gefreut, denn schließlich waren sie in unserer frühen Jugend doch sehr präsent. Außerdem hatte ich vor Jahrzehnten die Chance gehabt, als Roadie mit auf Tour zu gehen. Daraus ist dann aber nichts geworden.

Jetzt also sollte ich sie zum ersten Mal sehen und was soll man sagen? Die Enttäuschung war riesig. Die Jungs hatten ein Zeitfenster von 40 Minuten, in welchen sie natürlich all die alten Knaller gespielt haben. Vier habe ich wiedererkannt, meine ich. Zwei davon haben sie zu Achtminutenversionen gemacht, bei denen mit dem Publikum gespielt wurde. Gespielt werden sollte, meine ich natürlich. Denn der Funke ist überhaupt nicht übergesprungen. Gut, der Start war schon schlecht. Ist ja auch doof in Nürnberg auf die Bühne zu laufen und zu rufen „Schön, endlich wieder in München zu sein!“ 😀

Uns allen haben H-Blockx mal gar nicht gefallen, kein Drive, kein Druck in der Stimme, naja, keine Stimme, lieblos runtergezockt. Umsonst früh aufgestanden, sag ich dazu.

Homepage: http://www.hblx.de/

Lamb of God

Der restliche Tag sollte für mich vor der Alternastage ablaufen, ich habe dort ein richtig klasse Plätzchen vor dem Soundturm gefunden, schön am Gitter anlehnen, mit entspanntem Securityguy und entspannten Leuten nebendran. Ob des gemütlichen Platzes habe ich mir Lamb of God angeschaut, eigentlich habe ich ja auf Stone Sour gewartet und wäre sonst noch ein wenig rumgelaufen.

Die Jungs aus Richmond machen Musik, für die ich schon in Stimmung sein muß, das war an dem Sonntag nicht so unbedingt der Fall. Dennoch muß ich sagen, daß sie unheimlich viel Energie von der Bühne ins Publikum transportieren. Vor allem der Sänger, nicht zwingend mit der besten Stimme der Welt gesegnet, hat doch unglaublich viel Präsenz auf der Bühne und überzeugt auch während seiner Ansagen. Insgesamt eine runde Sache, die waren definitiv sehr gute Aufheizer für den Tag!

Homepage: http://www.lamb-of-god.com/

Stone Sour

Tja-ja. Da war ich also in dem Fanclub dieser Band und hab’s noch nie auf ein Konzert geschafft. Eieiei, gut, daß sich das ändern konnte an diesem Tag. Auf einer Liveaufnahme der Band vom Pink Pop Festival habe ich gehört, daß Corey sich wie manch anderer an den typischen deutschen Stichwörtern („Hallo“, „wie geiht es Euck?“, „blas mein Schwonz“) während der Ansagen versucht. Was vielleicht in dem Fall in den Niederlanden nicht zwingend der beste Ort war. Bei Rock im Park war seine erste Ansage komplett auf Deutsch und das auch noch recht akzentfrei. Und kurz war die nicht. Respekt. Er hat damit natürlich die Leute gleich auf seine Seite gezogen.

Leider hat die Band als Ganzes das nicht geschafft. Ich fand, daß die Songs ein wenig dahinplätscherten, da war kein Funke, der übergesprungen ist. Also, es war schon ein gutes Konzert, nur so richtig abfeiern wollte man dann doch nicht. Irgendwie bleibt das Gefühl, daß es schön war, sie mal gesehen zu haben, es aber dann auch o.k. so ist.

Homepage: http://www.stonesour.com/

Alice in Chains

Die Überraschung des Tages! Alice in Chains sind über die Jahrzehnte irgendwie nie bei mir angekommen. Ich wußte wohl, daß es sie gibt, einen Zugang habe ich nie bekommen; hab aber auch nie danach gesucht. Vor ein paar Wochen habe ich dann den Hörbefehl und als Einstieg die MTV Unplugged empfohlen bekommen. Die ging beim zweiten Hören dann schon langsam ganz gut rein. Nur war die Aufnahme noch mit Layne Staley. Eine tolle Stimme hat er gehabt, die ist sicher schwer zu ersetzen gewesen. AiC-Fans haben mir auch bestätigt, daß das für sie eigentlich nicht mehr die Band sein kann, weil Layne halt viel ausgemacht hat. Da ich aber nun vor dem Konzert keinen großen Kontakt zu der Band hatte, konnte ich mir das ganze reichlich unbefangen anschauen. William DuVall hat eine klasse Stimme, ordentlich Ausdruck auf der Bühne und hat richtig schön einen rausgehauen bei der Show. Der Gitarrist Jerry Cantrell hat ebenfalls recht viel gesungen, was er auch kann und vor allem die Songs komplettiert hat.

Alice in Chains haben mir richtig gut gefallen und einen der Höhepunkte des Tages ausgemacht.

Ich habe grade gelesen, daß Cantrell nach Staleys Tode zusammen mit Robert Trujillo (b, Ex-Infectious Grooves) und Mike Bodin (dr, Faith No More) ein Album aufgenommen hat: Degradation Trip. Die Kombo verspricht einiges, da wird heute Abend direkt mal der iTunes-Verkaufsladen aufgesucht!

Homepage: http://www.aliceinchains.com/

Homepage Cantrell: http://www.jerrycantrell.com/

Volbeat

Ja, Hammer! Zum dritten Mal habe ich die Jungs gesehen, das zweite Mal bei einem Festival. Da hat die Hütte gebrannt! Während ihrer Show war es ordentlich voll vor der Bühne bis hinten zu meinem Premiumplatz am Soundturm und natürlich dahinter. Da paßten nicht mehr viele Leute auf den Platz. Volbeat haben einfach nur vor Spielfreude gestrotzt, war das ein Spaß, sie auf der Bühne zu sehen. Trotz des ganzen Erfolges geben sie sich sehr bescheiden und man nimmt ihnen auch vollkommen ab, daß sie das immer noch nicht recht glauben können, so einen Erfolg zu haben und die Massen derart anzuheizen.Volbeat bei Rock im Park

Während Pool of Booze, Booze, booza kam Randy Blythe von Lamb of God immer mal wieder auf die Bühne, um den Refrain zu singen (siehe auch im Video), sonst stand er neben der Bühne und hat ordentlich abgefeiert! Da merkt man, daß die Leute da ordentlich Spaß haben. Und der hat sich komplett auf’s Publikum übertragen.

Homepage: http://www.volbeat.dk/

Slayer

Wer Slayer live erleben möchte: Dieses Photo anschauen, Live-Album „Decade of Aggression“ in den CD-Player, fertig. Viel mehr Bewegung wird man vor der Bühne ebenfalls nicht erleben. 😀

Abgesehen von der recht herzlos ausgearbeiteten Choreographie waren Slayer ein Brett. Hmm, das muß ich mal spezifizieren. Dave Lambardo war ein Brett. Unglaublich, wie präzise der Mann spielt! Hannemann und King haben ja mal richtig zugelegt. Beide spielen auch gerne mal mehrere Saiten auf einmal an während der Soli, was aber nicht weiter stört. Schnell sind sie immer noch und machen den Slayersound aus. Araya ist, hmmm, nicht zwingend besser geworden am Bass. Meist greift er den kompletten Song lang ein-zwei Töne und schrabbelt ein wenig über die Saiten, mal mehr, mal weniger im Rhythmus. Gestört hat auch das nicht, denn Bass habe ich überhaupt nicht gehört oder gefühlt oder mitbekommen. Die haben ihn wohl einfach leise gedreht und gut. 😀 Der Gesang war soweit o.k., haut schon hin.

Ich fand es ganz gut, Slayer mal live gesehen zu haben, werde aber nicht zwingend auf noch ein Konzert gehen.

Erstaunlich fand ich, nach Volbeat haben sich die Reihen etwas geleert, hab gedacht, die Leute holen eben Bier und dann geht’s los zu Slayer. Die Jungs fangen an, niemand kommt zurück. Hmm, hab dann ein paar Songs angehört und dann entschieden, mich durch die Massen zu quälen, um ein Bierchen zu trinken, schließlich stand ich da schon fünf Stunden mit nur einem halben Liter Apfelsaft. Also um den Soundturm rum und..

..gähnende Leere! Vereinzelte Grüppchen, die jeweils locker zehn-zwanzig Meter auseinander standen. Was ist denn da los? Tss, Leute, da spielen Slayer und keiner geht hin..!? Haben sich wohl noch die letzten Tacke von Muse angehört.

Homepage: http://www.slayer.net/

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Eine Antwort zu “Rock im Park 2010 – Sonntag

  1. Wurde ja aber auch Zeit. VOLBEAT rocks.

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